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Neue Bebauung an der Jakobikirche:
"Frohe Botschaft" in der Parkplatzfrage   /   FDP vermisst "gleiches Recht für alle"

(April 2012)

Sehr geehrte Damen und Herren,

unsere wiederholten öffentlichen Hinweise auf die Tatsache, dass es schon jetzt im Bereich um die Jakobikirche an Parkplätzen mangelt, haben sich ausgezahlt: In den jüngsten Unterlagen zur Bebauung des Pfarrgeländes soll nun sichergestellt werden, dass die Zahl der bislang vorhandenen öffentlichen Parkplätze bestehen bleibt. (Zur Erinnerung: Bislang sollten die zwanzig Stelllplätze, die sich in der Ritterstraße gegenüber des St.-Katharinenstifts befinden, ersatzlos wegfallen, da der Grund von der Stadt angepachtet ist und künftig für die neue Bebauung mit verwendet werden soll.)

Der zunächst angedachte "Kompromissvorschlag", die Öffentlichkeit könne die Tiefgarage des neuen Gebäudeareals irgendwie "mitbenutzen", ist damit vom Tisch. Nachdem die bisherigen Planungen noch einmal überarbeitet wurden, liegt den städtischen Gremien nun folgendes Ergebnis vor:

Geplante neue Bebauung neben der Jakobikirche mit öffentlichen Parkplätzen Einziger möglicher Haken: Die Kellerstraße hat bereits auf ihrer südlichen Seite einen durchgängigen Parkstreifen ... und leider ist aus den bisherigen Unterlagen nicht eindeutig ersichtlich, ob Parkstreifen auf beiden Seite dieser Straße überhaupt möglich sind. Immerhin wurde auf der letzten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planen und Bauen dem FDP-Vertreter (Fraktionsvorsitzender Wolfgang Kraska) auf dessen Nachfrage ausdrücklich versichert, dass in der Kellerstraße kein Parkplatz verlorengeht.


Beschlossene Sache : Fünf dreigeschossige "Würfelhäuser"

Nach wie vor soll das Gelände mit fünf dreigeschossigen "Würfelhäusern" bebaut werden. Wer sich von dem damit verbundenen wuchtigen Bild einen Eindruck machen möchte, braucht sich nur vor eine Fassade eines vorhandenen dreigeschossigen Häuser stellen und nach oben blicken ... ABER: Die neuen Fußwege sollen deutlich breiter werden als die bisher vorhandenen, und zudem soll das Areal für die Allgemeinheit "durchlässiger" werden. "Halböffentliche Wege" werden durch das neue Bauareal führen, die von der Allgemeinheit mitbenutzt werden können.

Aber damit ist "die Politik" noch lange nicht "voll des Lobes" für das Großprojekt, so wie die "Allgemeine Zeitung" vor etwas über einer Woche berichtete. Wer sich da allein auf die Berichterstattung der AZ" verlässt, muss wohl hinnehmen, nicht vollständig informiert zu werden ...

Selbstverständlich hat Wolfgang Kraska auch auf der letzten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planen und Bauen (Sitzung vom 18.04.2012) die kritische Haltung der Coesfelder FDP deutlich zum Ausdruck gebracht:
Zudem hat FDP-Chef Wolfgang Kraska den folgenden für freiheitlich denkende Menschen besonders wichtigen Punkt deutlich und ausführlich angesprochen. Es ist die Frage der Gleichbehandlung der Bürger. Gegen  Flachdächer und moderne Bauweisen ist überhaupt nichts einzuwenden – im Gegenteil: Jeder Eigentümer soll die Möglichkeit haben, so zu bauen, umbauen oder umgestalten, wie er es für richtig hält.

Aber die Wirklichkeit sieht so aus: Wenn der sogenannte "kleine Bürger" an seinem Haus etwas unternehmen will, muss er Unmengen an z.T. kleinlichen Auflagen akzeptieren, damit er bei der Stadt überhaupt die Chance auf die Genehmigung seines Antrages bekommt. Da wird dann haarklein geprüft, ob bei einem Dachausbau die vorgeschriebene Dachneigung eingehalten wird oder ob der neue Dachausbau vielleicht ein wenig Sicht auf die Jakobikirche verbaut, da werden Material und Farbgebung für die neue Fassade vorgeschrieben, und da messen Mitarbeiter mit dem Zentimetermaß nach, ob das neue Werbeschild auch wirklich nicht 2 cm zu niedrig hängt. Ich meine: Wenn einem Großinvestor die Möglichkeit eröffnet wird, seine Vorstellungen weitgehend zu verwirklichen, dann sollte dieses Recht den anderen Bürgern genauso offenstehen.

Schade, dass die Allgemeine Zeitung in ihrer Berichterstattung diese Meinung unterschlägt und statt dessen behauptet, in der Coesfelder Politik gäbe es nur „großes Lob“ für die Vorhaben „der Großen“ ...

Ihre FDP-Stadtratsfraktion